Unsere Leistungen
Wir bieten eine Bandbreite von Dienstleistungen an:
Berechnung und Zertifizierung von PRIMÄRENERGIEFAKTOREN und CO2-EMISSIONSFAKTOREN für Nah- und Fernwärmenetze sowie Gebäudenetze und Contractinganlagen
Das Gebäudemodernisierungsgesetz GModG (früher Gebäudeenergiegesetz GEG bzw. Energieeinsparverordnung EnEV) regelt die Begrenzung des Jahresprimärenergiebedarfes von Gebäuden. GModG-Berechnungen müssen verbindlich bei Neubauten erstellt werden. Wenn ein Gebäude über ein Fernwärme- oder Nahwärmenetz zentral mit Wärme versorgt werden soll, wird ein spezifischer Primärenergiefaktor der gelieferten Wärme benötigt, um den ermittelten Endenergiebedarf eines Gebäudes in Primärenergie umzurechnen. Dieser variiert individuell je nach Art der Wärmeerzeugung (z. B. Kessel, Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen) und der eingesetzten Brennstoffe (fossil oder erneuerbar).
Der Primärenergiefaktor (Kürzel fp) ist damit ein Maß für die energetische und ökologische Qualität der gelieferten Wärme.
Der Fernwärmefachverband AGFW hat als Anwendungs- und Auslegungshilfe die Arbeitsblattreihe FW 309 herausgegeben, welche die Bilanzierungsregeln zur Ermittlung der spezifischen Primärenergiefaktoren von konkreten Wärmeversorgungssystemen zur Verfügung stellt.
Die BISR GbR berechnet die Primärenergiefaktoren nach diesen Grundlagen und ist aufgrund einer abgeschlossen Prüfung und Listung beim AGFW berechtigt, die entsprechenden Gutachten bzw. Zertifikate auszustellen.
Im gleichen Zug wird je nach Art der Wärmeerzeugung und den eingesetzten Brennstoffen auch der CO2-Emissionsfaktor (CO2-Äquivalent bzw. THG) der gelieferten Wärme aus Fern- und Nahwärmenetzen berechnet. Das Gebäudemodernisierungsgesetz GModG gibt vor, dass in neu auszustellenden Energieausweisen auch der CO2-Emissionswert angegeben werden muss.
Die BISR GbR berechnet die spezifischen CO2-Emissionsfaktoren nach diesen Grundlagen und erstellt die entsprechenden Gutachten bzw. Bescheinigungen.
Mit der Einführung des GModG wurde für KWK-Anlage die Berechnungsgrundlage von der Stromgutschriftsmethode (FW 309-1) auf die Carnotmethode (FW 309-6) umgestellt. Bei den Primärenergiefaktoren wurde zudem auf „Gesamtprimärenergiefaktoren“ umgestellt, die neben der nicht erneuerbaren Primärenergie auch Anteile erneuerbarer Primärenergie berücksichtigen.
Bestehende Bescheinigungen nach FW 309-1 behalten ihre Gültigkeit und können für Bauprojekte mit Bauantrag bis 01.01.2027 verwendet werden.
Für Bauprojekte mit Bauantrag nach dem 01.01.2027 gelten nur noch die Bescheinigungen nach FW 309-6 / GModG.
Nach dem GModG gibt es für den Primärenergiefaktor alternativ zu individuell berechneten Kennzahlen auch Pauschalfaktoren, z. B. fp=0,7 für Fernwärme.
Je nach EE-/Abwärmeanteil bei der Erzeugung kann dieser Pauschalwert auf bis zu 0,5 reduziert werden (Bonussystem). Bei vielen Wärmenetzen werden jedoch individuell berechnete Werte besser sein, dies kann im Einzelfall überprüft werden.
Für Gebäudenetz mit 2-16 Gebäuden bzw. max. 100 Wohneinheiten gelten diese Pauschalfaktoren für den Primärenergiefaktor jedoch nicht, hier muss als immer individuell gerechnet werden.
Auch bei den Emissionswerten der Fernwärme gibt es Pauschalwerte (300 g/kWh, bzw. 180 g/kWh bei mind. 70 % KWK), hier ergeben sich in den allermeisten Fällen deutlich bessere Werte durch eine individuelle Berechnung.
Bescheinigungen nach FW 309-5, Erfüllungsgrad und Ausweis des Anteils Erneuerbarer Energien der Wärmeerzeugung
Spätestens seit dem Bundesförderprogramm für effiziente Gebäude (BEG) erlangt die FW 309-5 eine besondere Bedeutung.
Für das maximale Ausschöpfen der Fördermittel für Neubauten, Sanierungen oder Einzelmaßnahmen in der "EE-Klasse" sind Mindestanteil von Erneuerbaren Energien bei der Wärmeerzeugung nachzuweisen. Dieser Nachweis erfolgt über Bescheinigungen nach FW 309-5.
Die BISR GbR erstellt auf Basis Ihrer Daten zur Wärmeerzeugung diese Bescheinigungen, die dann bei Anfragen von Planern oder Bauherrn weitergegeben werden kann.
Bescheinigungen nach FFVAV und CO2-Kostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG)
Wärmenetzbetreiber haben nach dem FFVAV und CO2KostAufG umfangreiche Veröffentlichungspflichten. Es müssen Daten zur energetischen und
ökologischen Qualität der Wärme in Wärmeabrechnungen und in den Internetseiten des Wärmenetzbetreibers veröffentlicht werden.
Wir berechnen Ihnen die entsprechenden Kennwerte und stellen entsprechende Bescheinigungen dazu aus.
QNG-Kennzahlen für Wärmenetze
Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist ein staatliches Gütesiegel des Bundesbauministeriums, das besonders umweltfreundliche, ressourcenschonende und gesundheitsverträgliche Gebäude zertifiziert. Es ist Voraussetzung für staatliche Förderungen (KfW / BEG) bei Neubauten oder Sanierungen und bescheinigt hohe Standards in Ökologie und Barrierefreiheit.
Bei der Förderung gibt es zwei Stufen: QNG-Plus (überdurchschnittliche Nachhaltigkeit) und QNG-Premium (deutlich überdurchschnittliche Nachhaltigkeit). Die QNG-Sonderberechnungsvorschrift Fernwärme (Anhang 3.4) muss zwingend angewendet werden, wenn für Neubauten eine staatliche Förderung (Klimafreundlicher Neubau - KFN) beantragt wird, die das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) erfordert. Sie ist bei allen Anträgen seit dem 01.09.2024 für die Ökobilanzierung der Wärmeversorgung relevant.
Für die Berechnungen und Nachweise zur Einhaltung der QNG-Kriterien muss vom Wärmenetz ein spezifischer Primärenergiefaktor und ein spezifischer Emissionsfaktor bekannt sein. ACHTUNG: Es gelten hierfür eigene Rechenregeln zur Bestimmung dieser Faktoren.
Diese sind nicht identisch mit den Faktoren nach FW 309-1 (Stromgutschriftsmethode, GEG) oder FW 309-6 (Carnotmethode).
Die Tabelle zeigt einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen für Wärmenetze und Wärmelieferungen (z. B. Contracting-Anlagen)
Unterstützung bei der Erstellung von Transformationsplänen für Nah- und Fernwärmenetze nach dem BEW
Um die aktuellen Förderungen des BEW nutzen zu können, müssen Betreiber von Nah- und Fernwärmenetzen einen Transformationsplan
erstellen. Für neue Wärmenetze sind Machbarkeitsstudien zu erstellen.
Die BISR GbR unterstützt Sie bei der Erstellung dieser Pläne bzw. Studien. Sowohl für die Ist-Analyse, als auch für die geplanten Zielvarianten
ermitteln wir die entsprechenden Kennwerte nach den gültigen Regularien. Gerne diskutieren wir mit Ihnen auch über die technischen Optionen und die
den zukünftigen Brennstoffmix.
Beratung zur Optimierung und Dekarbonisierung von Nah- und Fernwärmenetzen
Wenn in Ihrem Nah- oder Fernwärmenetz Anpassungen der Wärmeerzeugungs- oder Brennstoffstruktur anstehen, können wir Sie
fachkundlich unterstützen.
R1-Sachverständigengutachten für Müllheizkraftwerke
Müllverbrennungsanlagen und thermischen Abfallbehandlungsanlagen müssen ihre Energieeffizienz nachweisen, um unter das Verwertungsverfahren zur Energieerzeugung zu fallen.
Die R1-Formel für die energetische Verwertung von Abfällen in Siedlungsabfallverbrennungsanlagen ist in der EU- Abfallrahmenrichtlinie geregelt.
Alle fünf Jahre muss ein Sachverständiger den R1-Nachweis führen bzw. aktualisieren.
BISR kann für Sie diese Sachverständigengutachten nach der Europäischen Abfallrichtlinie 2008 (Version Juni 2011) und den Vollzugshinweisen der LAGA-Richtlinie 38 sowie den Vorgaben des KrWG erstellen.


